Ready, set: Die richtige Buchidee

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Als Autor vor der Startlinie stellt man sich zu allererst eine wichtige, entscheidende Frage: Mit welchem Buch will ich beginnen?

Um zu einer Buchidee zu gelangen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich denke, die meisten von uns haben die Idee bereits, bevor sie beschließen, ein Leben als Autor anzustreben. Manche tragen sie seit Kindesalter mit sich herum, andere hatten erst kürzlich diesen grellen Gedankenblitz, der zu einer Entscheidung geführt hat.
Die wenigsten, soweit ich es mitbekomme, beschließen erst, Autor zu werden, und suchen anschließend nach der zündenden Idee. Ich denke auch, das wäre viel zu aufwendig, denn nach der richtigen Idee zu kramen, kann einen unerfahrenen Autor enorm unter Stress setzen. Ich stehe schon unter Stress, obwohl ich meine Ideen habe. Unvorstellbar, wie es sein muss, wenn man komplett bei Null anfängt.

Aktuell ist es ein großes Thema für mich, deswegen möchte ich heute darüber erzählen. Woher stammen meine Ideen und wie treffe ich meine Entscheidung? Vielleicht magst du mir am Ende erzählen, wie du es machst?

Alles begann mit Rollenspiel … und einem Bild

Auf mir lastet ein Fluch: Ich habe nicht nur eine Buchidee, sondern gleich fünf davon! Man mag nun sagen, dass das doch toll ist, ein Segen für mich. Aber nein.
Wenn es darum geht, sein erstes Buch zu schreiben, und dafür nach der geeignetsten Idee zu suchen, können zu viele Einfälle zum Hindernis werden. Man überlegt ewig, in welcher Geschichte das meiste Potenzial steckt, und stößt immer wieder auf Sackgassen, die einen zweifeln lassen. Und warum? Weil es einfach nicht gelingt, sich auf nur eine Sache zu konzentrieren. Man hüpft von einer Hürde zur nächsten, ohne die Streitaxt zu schwingen.

Die meisten meiner Ideen haben ihren Ursprung aus einer Zeit, in der ich reges Rollenspiel in Chatform betrieben habe. Das waren schöne Zeiten, kann ich dir sagen. Und so aufregend, denn überall lauerten gute Ideen, spannende Handlungen und man lernte so viel Fantastisches kennen, dass jede Interaktion zu einem Abenteuer wurde!
Ich hatte damals viele Charaktere, so wie die meisten Spieler. Sie reichten von Mensch zu Tier, dazwischen ein paar Hybride und natürlich auch einige Fantasiewesen. Ich liebte die unbewegte Attentäterin, die lüsterne Vampirin, den verlorenen Engel, sowie die blutrünstige Wölfin und die weise Falkin. Besonders war auch mein stummer Katzenjunge oder der schüchterne Wolfsdämon. Ich kann sie nicht alle aufzählen, aber jeder von ihnen war speziell und brachte seine eigene Geschichte mit.
Nicht jeder von ihnen ist für seinen eigenen Roman geschaffen. Nichtsdestotrotz nahmen die Dinge hier ihren Anfang.

Schriftliches Rollenspiel legte ich irgendwann ab und ging ins bewegte über. MMORPG wurden mein neues Zuhause. Als Heiler, Beschwörer, Zauberer, Bogenschütze und Krieger kämpfte ich gegen wilde Tiere, Dämonen und Untote – alles virtuell, versteht sich. In meinem Kopf waren diese zauberhaften Welten, mit all ihren Wundern und Gefahren, real. Ideal, um daraus Inspiration zu beziehen.

Und dann, für eine ganz besondere Idee, gab es ein Bild. Digital Art. Eine junge Frau, gehörnt mit kupfernem Haar schmiegte ihr Gesicht an das eines ebenso roten Drachen. Wow! Es war ein Bild der Harmonie und Eintracht, magisch und unglaublich emotionsstark.

Buchidee Inspiration
Quelle: Dragon Storm Epic Music Vol. 7 (YouTube) | Artist unbekannt

BAMM, das war’s gewesen. Die Fantasie sprudelte, mein Kopf war weggebeamt. Ich saß nicht länger auf meinem flexiblen Bürostuhl vor dem hellen Monitor, sondern fand mich in eine fantastische Welt katapultiert wieder, deren Ausmaß ich in dem Moment nicht bestimmen konnte.
Ich ahnte noch nicht, wie stark ihr Zauber auf mich wirken würde. Die letzten drei Jahre lang und fortwährend.

Viele Ideen, doch welche ist die richtige?

Ich beschäftige mich bereits mit dieser Frage, welche Idee ich für mein Debüt verwenden möchte, noch lang bevor ich beschloss, meinen Traum in die Hand zu nehmen. Es ist keine unwichtige Entscheidung, und alles andere als leicht.

Es gibt Ideen, die mich groß träumen lassen. Für mich steht fest, dass diese meine ergebenste Aufmerksamkeit bekommen sollen und alle Zeit, die sie zum Wachsen benötigen. Deswegen soll mein erstes Buch nicht jenes werden, mit dem ich Großes anstrebe. Dafür ist es noch zu früh.
Um an die nötigen Erfahrungen zu kommen, will ich also klein beginnen. Ein Kurzroman ist die logische Schlussfolgerung, doch so etwas stand nie auf dem Plan. Was nun?

Derzeit jongliere ich zwischen zwei Ideen und muss eine Entscheidung treffen. Die eine unterstützt, was ich gern schreiben möchte, ist vom Genre jedoch ein Einzelfall und daher nicht als Debüt geeignet. Die andere dagegen ist strategisch von Vorteil, allerdings ganz neu und unausgereift. Sie regt zudem gewisse Zweifel in mir.
Es geht mir nicht darum, in welcher davon mehr Arbeit steckt, sondern womit ich zuerst auftreten will. Zu dieser beißenden Frage sagte mein Partner, ich solle schreiben, worauf ich im Moment die größte Lust habe. Recht hat er, nur führt das dazu, dass ich entweder ein unfertiges Großprojekt beginnen müsste oder mit einem Genre starte, das nicht mein Hauptgebiet ist. Beides taktisch nicht sehr klug.

Das Ende vom Lied: Ich beginne allen Argumenten zum Trotz mit der Geschichte, die einen Einzelfall darstellt. Ob sie zuerst fertig wird und als Erstes an die Öffentlichkeit geht, weiß ich nicht. Aber ich starte lieber mit etwas, das mir Freude macht, als die Tage in ewigen Grübeleien untätig an mir vorbeiziehen zu lassen. So sehe ich das.

To be continued

Mein Fazit: Es geht nicht immer nach Plan.

Ich kann mir noch so sehr sagen, dass eine bestimmte Wahl strategisch klüger wäre, wenn mein Bedürfnis etwas ganz anderes verlangt. Es gibt einen Rat, auf den man als junger Autor sehr häufig stößt und den ich nur befürworten kann:
Schreibe das, worauf du Lust hast!
Einen Roman zu beginnen, erfordert Mut; ihn zu beenden Leidenschaft. Kannst du dich monatelang, gar mehrere Jahre hindurch an deiner Idee begeistern, bis sie hunderte Seiten später eine Geschichte erzählt? Stell dir vor, du beendest deinen Roman, kannst du ihn vor fremden Leuten vertreten? Halte dir vor Augen, dass du eines Tages vor Publikum stehen wirst, mit deiner buchgewordenen Idee in der Hand. Wirst du deinen Namen, dein Gesicht damit in ewiger Verbindung bringen wollen?

So gehe ich heran, wenn ich überlege, was ich schreiben will. Und wie ich schreiben will. Das führt mich zu der Entscheidung, die ich getroffen habe. Lieber mit Leidenschaft an etwas arbeiten, als einen Vorteil zu erzwingen. Davon habe ich am Ende mehr gewonnen und profitiere länger von meiner Schreibmotivation. Die muss schließlich noch einige Jahre halten, ne?

 

Wie gehst du mit deinen Ideen vor? Woher beziehst du deine Inspiration und wonach entscheidest du, welche Geschichte du erzählen willst?

Verrat’s mir! Ich finde das sehr interessant. 🙂

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